Die Elbe ist breit wie ein Meer. Wir fahren mit zwei gelben Fahrrädern aus der Trinkerheilanstaltswerkstatt im weißen Licht das Ufer ab, die großen Containerschiffe begleiten uns wie sagenhaft große Hunde zu Wasser.

In Sankt Margarethen kaufen wir zwei Tassen Kaffee und Seemannskringel, damit wir von der Bäckerin gratis eine Geschichte anhören können. B. beunruhigt vor allem eins, dass die Häuser, wie er findet, in diesem Dorf so außergewöhnlich groß sind. Aber Die Kaffeeköchin kann das Rätsel nicht lösen, nicht einmal die Frage geht ihr in den Kopf.

Dafür sagt sie, dass, seit die Hamburger Maut da ist, am Tag oft minütlich ein Lastwagen vorbeikommt. Die Nachbarin habe sich einmal einen Tag lang an die Straße gesetzt und einen Drückerzähler in der Hand gehalten. In der Stunde waren es 64 Lastwägen. Wir sagen, nachdem wir sehr staunen, dass wir die Ruhe hier auf dem Land so mögen und sie sagt, auch sie hätte es nie bereut, hierher gezogen zu sein. Nur drüben, drei Straßen weiter, da könne sie das Wohnen nicht empfehlen, da röche es süßlich von den Zwanzigjährigen im Erdgeschoss, die koksten wahrscheinlich, es röche so. Aber im Allgemeinen: Ja! Man könne am Strand, wo andere ihren Urlaub verbrächten, einen Sonnenschirm in den Sand hineinrammen und braten. Wir lachen.

Im brausenden Schwemmwasser am AKW Brokdorf, das schäumend von der Kernschmelzenkühlung kommt, um sich im Flussbett auszuruhen, taumeln die Schwimmer der Aalangler. “Aal”, sagt B. “essen wir nicht, einverstanden?”